Leitbild
Der Verein AIDS-Hilfe St. Gallen-Appenzell (AHSGA) bildet seit 1985 die Trägerschaft für eine professionell geführte Fachstelle für AIDS- und Sexualfragen.
Der Verein und die Fachstelle wollen Personen in jedem Alter befähigen und unterstützen, ihre Sexualität verantwortungsvoll, gesund, lustvoll und sinnlich zu leben. In diesem Sinn positionieren wir uns im breiten Feld der Gesundheitsförderung. Die AHSGA setzt sich bei allen Tätigkeiten zum Ziel, das solidarische Denken und Handeln gegenüber Menschen mit sexuell übertragbaren Krankheiten (sogenannten STD’s) zu fördern. Ein spezielles Augenmerk legen wir auf die Prävention der sexuell übertragbaren Krankheiten, indem wir Wissen und Einstellungen vermitteln, die sicheres Verhalten ermöglichen, unterstützen und bewahren.
Leitprinzipien
Unsere Tätigkeit als führende Fachstelle für AIDS- und Sexualfragen stützt sich auf folgende vier Leitprinzipien: Menschlichkeit, theoriegestütztes methodisches Handeln, Fachlichkeit und Wirtschaftlichkeit. Diese Leitprinzipien gelten sowohl für die Facharbeit (gegen aussen) als auch für die interne Organisation der Geschäftsstelle (gegen innen). Auf den gleichen Prinzipien ist auch die Qualitätspolitik der AHSGA aufgebaut. Diese Leitprinzipien zielen darauf ab, das gesamte fachliche Handeln auf Nachhaltigkeit auszurichten.
Menschlichkeit: wissen, was ethisch vertretbares Handeln ist
Unser professionelles Handeln im Themenbereich der Sexualität und der Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten geschieht in einem Feld, das von verschiedenen mehr oder weniger extremen moralischen, ethischen und religiösen Positionen besetzt ist. Unsere ethische Leitlinie basiert deshalb bewusst nicht auf einer bestimmten, weltanschaulichen Position, sondern auf leitenden persönlichen Werthaltungen wie Selbstverantwortung, Mitmenschlichkeit, Sachbezogenheit und persönlicher Souveränität. Diese Werthaltungen gelten für uns sowohl gegen innen (Organisationskultur) wie gegen aussen (öffentliche Facharbeit).
Theoriegestütztes methodisches Handeln: wissen, was wirksam ist
Facharbeit im Bereich von Sexualpädagogik, sexueller Gesundheit und Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten mit besonderer Berücksichtigung von HIV und AIDS ist im Wesentlichen agogisches Handeln (siehe Anhang). Um die Qualität dieser Arbeit hoch zu halten und zu verbessern, aktualisieren wir unsere Kenntnisse laufend, analysieren unsere Methodik und Didaktik und überprüfen unsere Aktionen und Projekte. So haben wir Gewähr, dass unsere fachlichen Interventionen die richtige Antwort auf festgestellte Problemlagen sind.
Fachlichkeit: das zu tun, was angebracht ist
Im Feld von Sexualität und der Vermeidung von sexuell übertragbaren Krankheiten wird sowohl im medizinischen wie nicht-medizinischen Bereich intensiv geforscht. Die entsprechenden Studienresultate bilden für uns die Grundlagen, von denen wir unsere Aufgabenschwerpunkte, Aktionen und Projekte ableiten. Bei allen Tätigkeiten versuchen wir soweit als möglich ein Optimum zwischen Tiefen- (persönlich nachhaltiger Eindruck) und Breitenwirkung (grosse Zahl von Personen ansprechen) zu erreichen. Meistens eignet sich dafür ein multiplikatorisch angelegtes Handeln am besten.
Wirtschaftlichkeit: was angebracht ist, wirtschaftlich erbringen
Die Dienstleistungen wirtschaftlich zu erbringen hat für uns drei Aspekte: Die Dienstleistungen professionell initialisieren und möglichst multiplikatorisch oder gezielt auf vulnerable Gruppen anlegen (mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielen). Die zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen zur Hauptsache für die anvisierten KundInnen (Zielgruppen) verwenden (mit wenig administrativem Aufwand intensiven direkten Kundenzugang erreichen). Alle Dienstleistungen soweit als möglich durch Selbstkostenanteile und Honorare weiter verrechnen (die Nutzniesser verantwortlich einbeziehen).